Neue Spielformen Mini-Kicker / Kinderfußball - Aktionstag vom FLVW

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Am Samstag, 27.08.2022 trafen sich viele Mini-Kicker / G- & F- Jugend Trainerinnen & Trainer beim SV Mesum, um am Kinderfußball - Aktionstag vom FLVW für die neuen Spielformen teilzunehmen.

So kamen einige Mitglieder und Staffelleiter vom FLVW Kreisjugendausschuss Steinfurt und unterstützten den Referenten Frank Bajorath, der schon viel Erfahrung mit den neuen Spielformen im Kinderfußball hat.

Kreisjugendvorsitzender Tim Vallandi begrüßte alle Vereinsvertreter vor dem Vereinsheim des SV Mesum und stand mit seinem Team den ganzen Vormittag für Fragen zur Verfügung. Um 10 Uhr startete der erste Theorieteil, in dem zunächst alle Vereinsvertreter befragt wurden, warum die neuen Spielformen eventuell scheitern könnten. Auf bunten Kärtchen wurden viele "Sorgen" aufgeschrieben, die Frank Bajorath mit seiner Erfahrung zunächst auf einem Flipchart "geclustert" hat, sodass Themengebiete zusammengefasst werden konnten.

Welche Sorgen haben Trainerinnen & Trainer bezüglich neuer Spielformen?

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Die Haupt-Argumente der anwesenden Vereinsvertreter, warum die neuen Spielformen im Mini-Kicker / G-Jugend und später auch im F-Jugendbereich eventuell scheitern könnten waren:

  • Es gibt keinen Torwart mehr, aber viele Kinder möchten mit Torwarthandschuhen Bälle halten 
  • Es gibt zu wenig Trainer
  • Der Aufbau des Spielfeldes dauert lange 
  • Der Jahrgang 2016 spielt bereits das alte System auf E-Jugend-Tore
  • Die Organisation ist zu umfangreich für die ehrenamtlichen Trainer, sowie Vereine
  • fehlende Qualifikation
  • nur Spielstarke Kinder am Ball
  • 3 gegen 3 - ich spiele nicht mit meinem Freund in einem Team
  • wenig Spielzeit für Kinder
  • Spielen auf mehr als 2 Toren möglich - ab der E dann wieder eine Umgewöhnung auf 2 Tore

 

Dazu gabe es noch viele Fragen, die die Trainerinnen & Trainer an den Referenten Frank Bajorath gestellt haben. 

Laut dem DFB heißt es sogar: Bei 0:0 entscheidet Stein-Schere-Papier

Praxis - MiniKicker zeigen wie es geht

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Da schon die Mannschaften vom 1. FC Nordwalde, FSV Ochtrup und SV Mesum bereit zum Anstoß waren, mussten einige offene Fragen in die Nachbesprechung verschoben werden.

Zunächst spielten die Kinder ein paar Minuten nach dem Altsystem auf 2 große Tore, anschließend wurde auf 5 Spielfelder in einer Platzhälfte gespielt. Hierbei haben die Trainer einen Kinderfußball Beobachtungsbogen ausgefüllt, um später in der Statistik zu sehen, welche Vorteile das neue System bringen soll.

Die Beobachtungsbögen beinhalteten folgende Teilbereiche, die mit Anzahl Toren, Torschüssen, Pässen, Ballkontakten und 1 gegen 1 Duelle ausgefüllt werden sollten:

 

  • 7 gegen 7
  • 3 gegen 3 mit 2 Toren OHNE Torschusslinie
  • 3 gegen 3 mit 2 Toren mit Torschusslinie
  • 3 gegen 3 mit 4 Toren ohne Torschusslinie
  • 3 gegen 3 mit 4 Toren mit Torschusslinie
  • 3 gegen 3 mit 4 Toren mit Mittellinie 

 

Hier konnte im Anschluss klar festgestellt werden, dass es beim 3 gegen 3 fünf Mal so viele Ballkontakte gab, fast die doppelte Anzahl Pässe gegenüber dem alten 7 gegen 7 System. Dazu vielen auch fast 6 Mal so viele Tore auf dem Kleinfeldern.

Die 5 Spielfelder wurden in 5 verschiedenen Hütchenfarben abgesteckt, sodass die Kinder jeweils auf ca. 25 x 20 Meter Feldern auf kleine Tore spielten.

Fazit zum Aktionstag Kinderfußball mit den neuen Spielformen in der G-Jugend

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Viele Trainerinnen & Trainer sind noch skeptisch, ob sich die neuen Spielformen gut umsetzen lassen. Der Platzaufbau, die Organisation der Spieltage und die Übersicht über 5 gleichzeitige Spielplätze könnte für die Ehrenamtlichen schwer umzusetzen sein.

Doch Tim Vallandi, der als Kreisjugendvorsitzender zunächst auch die Ansetzungen für die Spielrunden übernimmt hat Unterstützung durch den Fußballkreis Steinfurt signalisiert. Die Vereine sollen Ihre Mannschaftsstärke, den Jahrgang sowie die Anzahl der Kinder mitteilen, damit die Blockspieltage nach den neuen Spielformen durchgeführt werden können.

Nach der neuen Spielform schlüpfen die Trainer in die Rolle des Organisators, denn es geht hier rein darum, dass ALLE Kinder spielen, spielen und spielen.

Der DFB hat in einem Leitfaden "Kinderfußball - Leitfaden für die Implementierung neuer Wettbewerbsformen in den Altersklassen U6 - U11" Allgemeine Informationen, Spielprinzipien und Informationen zum Fair-Play-Modus veröffentlicht.

Direktlink zum Leitfaden Kinderfußball vom DFB [PDF]

Wie werden die neuen Spielformen im DFBnet abgebildet?

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Dazu schreibt der FLVW auf seiner Webseite:

Das ist derzeit noch in Abstimmung und Erarbeitung. Eine zentrale Planung für die im DFBnet gemeldeten Mannschaften soll für die Staffelleiter*innen der Kreise in SpielPLUS ab der Saison 2022/2023 zur Verfügung stehen. Ferner steht die Teampunkt-App des DFB zur Verfügung, mit der Vereine sich für den Turniertag organisatorisch abstimmen können (z. B. Anzahl Spieler*innen, Spielfeldaufbau, benötigtes Material „Tore, Hütchen …). Für die Vereine besteht zudem die Möglichkeit, über das Modul Vereinsturniere eine Veranstaltung (Zuordnung Vereinsmannschaften, Spielstättenbelegung) anzulegen und unter Modus „Kinderfußball – Spielplanung vor Ort“ auswählen.

Quelle: FLVW.de

Leitfaden des DFB - Beispiel Mögliche Zusammenstellung beim 3 gegen 3

Ein Blockspieltag könnte lt. dem DFB wie folgt umgesetzt werden. Ein Verein gibt an, wie viele Kinder an einem Spieltag zur Verfügung stehen. Das könnte dann wie folgt aufgeschlüsselt werden:

  • 3 Kinder = 1 Team
  • 4 Kinder = 1 Team mit einem*einer Rotationsspieler*in
  • 5 Kinder = 1 Team mit zwei Rotationsspieler*innen
  • 6 Kinder = 2 Teams (3 + 3)
  • 7 Kinder = 2 Teams (3 + 4)
  • 8 Kinder = 2 Teams (4 + 4)
  • 9 Kinder = 3 Teams (3 + 3 + 3) oder 2 Teams (4 + 5)
  • 10 Kinder = 3 Teams (3 + 3 + 4)
  • 11 Kinder = 3 Teams (3 + 4 + 4)
  • 12 Kinder = 4 Teams (3 + 3 + 3 + 3) oder 3 Teams (4 + 4 + 4)
  • 13 Kinder = 4 Teams (3 + 3 + 3 + 4) oder 3 Teams (4 + 4 + 5)
  • 14 Kinder = 4 Teams (3 + 3 + 4 + 4)
  • 15 Kinder = 5 Teams (3 + 3 + 3 + 3 + 3) oder 4 Teams (3 + 4 + 4 + 4)
  • 16 Kinder = 5 Teams (3 + 3 + 3 + 3 + 4) oder 4 Teams (4 + 4 + 4 + 4)

 

Aus den 52 Spielerinnen & Spielern ergeben sich beispielsweise 2 Möglichkeiten zur Organisation:

Möglichkeit I:

  • Verein A: 13 Spieler*innen = 4 Teams (3 + 3 + 3 + 4)
  • Verein B: 8 Spieler*innen = 2 Teams (4 + 4)
  • Verein C: 17 Spieler*innen = 4 Teams (4 + 4 + 4 + 5)
  • Verein D: 5 Spieler*innen = 1 Team (5)
  • Verein E: 9 Spieler*innen = 3 Teams (3 + 3 + 3) 
  • ➔ 14 Teams = 7 Felder

 

Möglichkeit II:

  • Verein A: 13 Spieler*innen = 4 Teams (3 + 3 + 3 + 4)
  • Verein B: 8 Spieler*innen = 2 Teams (4 + 4)
  • Verein C: 17 Spieler*innen = 5 Teams (3 + 3 + 3 + 3 + 4) + ein*e Spieler*in (zu D)
  • Verein D: 5 Spieler*innen = 2 Teams (3 + 3 mit einem*einer Spieler*in von C)
  • Verein E: 9 Spieler*innen = 3 Teams (3 + 3 + 3) 
  • ➔ 16 Teams: 8 Felder (weniger Rotationsspieler*innen – mehr Spielzeit für alle)