SV Mesum siegt im Spitzenspiel: David Rieke schickt Preußen Borghorst auf die Bretter

Steinfurt-Borghorst - Freudentänze, Sprechgesänge und eine klare Ansage an den unterlegenen Gastgeber: „Hier regiert der SVM!“ brüllten ausgelassene Mesumer nach dem 1:0 (0:0)-Auswärtssieg im Spitzenspiel bei Preußen Borghorst. Für den Landesliga-Spitzenreiter endete damit eine Art schwarze Serie gegen Preußen, die für den Trainer sogar seit zehn Jahren Bestand hatte: „Ich habe zuletzt 2003 mit Amisia in der Bezirksliga gegen diesen Gegner gewonnen“, erinnerte sich Norbert Tillar genau. Schlüssel zum Sieg waren seine taktischen Umstellungen in der zweiten Halbzeit, als er Witali Ganske ins Zentrum zog und mit Stefan Gradert sowie David Rieke die Außen neu besetzte.

Von Dirk Möllers

Und eben dieser Rieke, von Freunden und Mannschaftskollegen nur „Champ“ gerufen, trat als Matchwinner auf, indem er die Vorlage von Jörg Roscher zum einzigen Tor verwandelte. „Ich nahm den Ball mit der Brust an, hab´ nicht groß nachgedacht und einfach draufgehalten“, strahlte dem Blondschopf die Freude über das erste Saisontor aus allen Knopflöchern.

In den 78 Minuten davor entwickelte sich ein Abnutzungskampf, der nicht immer schön anzusehen war. Auf dem Borghorster Kunstrasen stand Kombinationsfußball unter Artenschutz, da beide Formationen das Mittelfeld immer wieder mit langen Bällen zu überwinden versuchten. Folge: Die Kugel sprang flummigleich von Pontius zu Pilatus. Außerdem scheuten die Akteure keinen Körperkontakt. Erster Leidtragender war Benjamin Brinkmann, der zur Pause mit einer Schulterprellung in der Kabine blieb.

Bis dahin fanden die Gäste kaum Mittel, um Borghorst in Verlegenheit zu bringen. Thomas Feldkämper köpfte den scharfen Freistoß von Max Stermann knapp vorbei (13.), auf der Gegenseite rettete Max Schmalz gegen Jannick Hagedorn (32.). Zwei Minuten später verzog Fabian Baumeister aus spitzem Winkel.

Besser stellte sich Mesum im zweiten Durchgang an und übernahm von Minute zu Minute die Kontrolle. „Ich habe Simon runtergenommen, weil er mit Gelb vorbelastet und nicht so gut ins Spiel gekommen war“, begründete Tillar seine Maßnahme, die Flügel neu zu besetzen. Ganske engte fortan die Kreise von Preußen-Kapitän David Marx effektiv ein.

Konsequenz war ein klares Chancenplus des Tabellenführers. Christof Brüggemann prüfte Ingo Beckmann mit einem scharf getretenen Freistoß (48.), Ganske köpfte die Ecke von Max Stermann ans Lattenkreuz (55.). Auch Max Schmalz blieb nicht beschäftigungslos und behielt gegen Ron Konermann die Nerven.

Immer präziser stellte der SV Mesum das Zielfernrohr ein: Halsbrecherisch rettete Beckmann gegen Brüggemann, beim Nachschuss fehlte Stefan Gradert das Quäntchen Glück (74.). Vier Minuten später schepperte es: Jörg Roscher brachte einen zu kurz abgewehrten Ball zurück in den Borghorster Strafraum, wo Rieke nicht im Abseits, aber dafür völlig frei stand. Ingo Beckmann stürzte sich ihm entgegen, konnte aber den Einschlag nicht mehr verhindern – 0:1 (78.).

In der hektischen Schlussphase setzte Preußen fast alles auf eine Karte, tauschte Präzision gegen wilde Wucht und prallte immer wieder an der konzentriert agierenden SVM-Defensive ab.

„Die zweite Halbzeit war deutlich besser als die erste. Deshalb haben wir auch nicht unverdient gewonnen. Stellenweise war es sehr zerfahren“, grüßten Tillar und sein Team weiter als Spitzenreiter.

SV Mesum: Schmalz – Feldkämper, Kühs, Göcke, Stermann – Brinkmann (46. St. Gradert), Roscher – Hirschberg (46. Rieke), Brüggemann (86. Jarvers), Ganske – Hollermann.

Tor: 0:1 Rieke (78.).

Quelle: www.mv-online.de / Dirk Möllers

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