Henrik Nieweler trifft - Mesum auf Wolke sieben

Landesliga-Spitzenreiter entscheidet das Finale gegen den FCE nach einem dramatischen Neunmeterschießen mit 7:6 für sich

Fotos Rapreger MV
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So jubeln Sieger vom SV Mesum: (v.l.) Trainer Maik ter Beek, Betreuer Magnus Roscher, Ingo Kühs, Henrik Nieweler, Guido Göcke, Simon Hirschberg, Witali Ganske, Trainer Norbert Tillar, VR-Bank-Direktor Gerhard Baumann; (unten v.l.) Alexander Hollermann, Stefan Gradert, Max Schmalz, Christof Brüggemann und Jörg Roscher.

Rheine. Henrik Nieweler nimmt Anlauf, täuscht an, schieb die Kugel nach links – und der SV Mesum ist im siebten Fußballhimmel. Der Landesliga-Spitzenreiter brachte das Kunststück fertig, zum zweiten Male in Folge das große Hallenfußballturnier des FC Eintracht Rheine, das jetzt VR-Bank-Cup heißt, zu gewinnen. Finalgegner war einmal mehr der Lokalrivale FCE, und erneut ging dieser Evergreen im Rheiner Fußball ins Neunmeterschießen. Mit dem kleinen Unterschied im Vergleich zum Vortag: Diesmal triumphierten die Mesumer.

„Wir hatten ein bisschen Glück“, meinte Maik ter Beek, Coach des SVM, augenzwinkernd, „die Beine waren noch ein bisschen schwer vom Vortag.“ Er sprach vor allem das Halbfinale gegen den SC Spelle-Venhaus an, in dem sein Team mit Einsatzfreude, Geschick und ein bisschen Fortüne ein torloses Unentschieden über die Spielzeit von zwölf Minuten rettete. Es ging ins Neunmeterschießen, und da waren die Power-Mesumer wieder voll da. Nacheinander trafen Stefan Gradert, Jörg Roscher, Christof Brüggemann und Guido Göcke, für die Speller aber nur Niklas Hoff – die Tickets fürs Endspiel waren gebucht.

Doch auch das vereinsinterne Duell zwischen der 1. Mannschaft und dem Traditionsteam des FCE wurde regelrecht auf den letzten Drücker entschieden. Zweifacher Torschütze für die Oldstars war Guido Albers (3., 8.), der vor allem zusammen mit Martin Roling wirbelte wie vor gut zehn Jahren. Doch Christian Biermann (5., 12.) und Tobias Schütte-Runs (8.) schossen letztlich die 1. Mannschaft auf die Siegerstraße. Aber viel fehlte nicht, und Albers wäre drei Sekunden vor dem Ende fast noch der Ausgleich zum 3:3 gelungen.

Unter das Motto „Spannung pur“ stand ebenfalls das Endspiel, wobei die Mesumer immer versuchten, die Eintrachtler aus der Reserve zu locken, um ihre tödlichen Konter zu starten. Ziemlich weh tat Christof Brüggemann sein Tor zum 1:0, denn er schob das Leder mit letztem Einsatz in Richtung lange Ecke, ehe er in die Bande knallte (7.). Nur eine Minute später erhöhte Alexander Hollermann auf 2:0, der gemeinsame Rettungsversuch von FCE-Torhüter Alexander Noack und Philip Strauss blieb ohne Erfolg. Aber Schütte-Bruns brachte sein Team bereits in der 9. Minute per Flachschuss wieder auf 1:2 heran.

Auch die zweite Halbzeit bot ein Spiel auf Augenhöhe. Das 2:2 von Schütte-Bruns beantwortete Brüggemann nur Sekunden später mit dem erneuten Führungstreffer zum 3:2, als er Noack mit einem Schuss aus der Distanz überraschte (15.). Ein Geniestreich von Philip Fontein verhinderte die Entscheidung in der regulären Spielzeit. Der erzwang mit dem schönsten Tor des Turniers das 3:3, denn aus dem Laufduell mit Stefan Gradert jagte es das Leder aus 13 Metern genau links oben in den Winkel – vom Feinsten.

Das Neunmeterschießen musste dann auch noch bis zum letzten Schuss ausgetragen werden. Zunächst trafen Roscher für Mesum und Fontein für den FCE nicht, dann aber jagte noch Strauß als fünfter Schütze der Eintrachtler das Leder neben das Tor. Nieweler traf – und der SV Mesum feierte seine Party.

Sogar in die Verlängerung ging das Neunmeterschießen um Platz drei zwischen dem SC Spelle-Venhaus und dem Traditionsteam. Im ersten Durchgang setzten Maik Müller und Patrick Kapke den Ball an die Bande, dafür scheiterten die Speller Patrick Hüsing und Jan Vorwerk am überragenden Kapke. Den elften Neunmeter aber verwandelte Niklas Hoff, und ausgerechnet der nimmermüde Guido Albers besiegelte die Niederlage für das Traditionsteam durch einen Fehlschuss im Duell mit dem Speller Keeper Jan David Korporal.

Quelle: www.mv-online.de / Dirk Möllers

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