"Franzl Gordalla tritt ab" - Er hat fast schon jeden Job gemacht

Der SV Mesum hat seinem 1. Vorsitzenden Franz-Josef Gordalla viele Erfolge zu verdanken

Franz-Josef Gordalla und der SV Mesum – diese „Ehe“ hält schon über 50 Jahre, und ein Ende ist noch nicht in Sicht. Foto: Koch
Franz-Josef Gordalla und der SV Mesum – diese „Ehe“ hält schon über 50 Jahre, und ein Ende ist noch nicht in Sicht. Foto: Koch

Rheine-Mesum. Irgendwie war er immer schon Strippenzieher. Besser gesagt: ein Macher. Das gilt schon für seine fußballerische Karriere, deren Höhepunkt der Aufstieg 1974 mit dem SV Mesum in die Landesliga war. Er war der Mittelfeldstratege dieses Teams, das er noch heute als „verschworenen Haufen“ bezeichnet. Die Rede ist von Franz-Josef Gordalla, der morgen nach neun Jahren im Amt den Vorsitz des SV Mesum abgibt. Aber Vorsicht: Von einem Rückzug aufs sportliche Altenteil kann noch lange nicht die Rede sein.

Selbst auf die Gefahr hin, dass dem „Franzl“, wie er überall gerufen wird, eine häusliche Debatte ins Haus stehen sollte: Fest steht, dass er mit dem SV Mesum fast schon ein bisschen „verheiratet“ ist. Bis zum 33. Lebensjahr spielt er aktiv, wurde anschließend ein erfolgreicher Schüler- und Jugendtrainer. Dann ein erfolgreicher Funktionär, der entscheidend Anteil am Aufschwung des SVM hatte. Mehr als zehn Jahre war er Sportlicher Leiter, zwei Jahre 2. Vorsitzender und anschließend neun Jahre „Chef“.

Er sagt selbstbewusst: „Wir haben viel geschafft.“ Aber der Weg hin an die Spitze der Landesliga und zwischenzeitlich sogar in die Westfalenliga war lang, und so manchen Rückschlag galt es wegzustecken. „Damals am Anfang haben wir so gerade eben noch die Kreisliga A gehalten“, erinnert er sich. Aber das sollte sich schnell ändern. Und das ganz große Highlight war der Aufstieg in die Westfalenliga. Genau 1072 Fans bejubelten am 17. Juni 2009 den 3:2-Erfolg des SVM um Trainer Uwe Laurenz im Relegationsspiel gegen den Hombrucher SV nach Verlängerung. „Damit waren wir gleichauf mit dem FCE, SuS Neuenkirchen und den Emsdettener Clubs“, betonte Gordalla noch mal. Es war ein ganz großer Tag für den SV Mesum, aber auch für „Franzl“, den zähen und ehrgeizigen Wettkämpfer.

Die 1. Mannschaft ist für jeden Verein wichtig, aber ein guter 1. Vorsitzender muss sich auf vielen Feldern tummeln. Doch Gordalla darf mit dem Brustton der Überzeugung seine Bilanz auch hier zusammenfassen in dem Satz: „Wir haben viel geschafft.“ Immer wurde im und am Hassenbrock-Stadion fleißig gewerkelt und gebaut. Viele haben mit angepackt, so manche Firma hat geholfen, und die Sponsoren haben, sich, gerade in Mesum, nicht lumpen lassen. Ein Vereinsheim mit Geschäftsstelle entstand, eine Tribüne, der Kabinentrakt wurde erweitert, die Banderwerbung im Stadion wuchs – es tat sich richtig was. Gespielt und trainiert wird auf einem Tennen- und vier Rasenplätzen. Für viele Clubs ist die Anlage ein Traum.

Sogar auf das glatte Trainerparkett wagte sich Gordalla 1998, als er nach dem Abgang von Josef Göers für ein halbes Jahr die Landesligamannschaft übernahm. Natürlich erfolgreich, denn er führte das Team, unter anderem mit Norbert Tillar und Dirk Bültbrun, vom Tabellenende ins obere Ligadrittel. Er ist eben ein ehrgeiziger Knochen.

Und ganz ohne Vorstandarbeit geht es dann doch nicht. Wenn es die Mitgliederversammlung morgen so will, und daran gibt es keine Zweifel, dann ist Gordalla am Freitagabend wieder 2. Vorsitzender und damit quasi erneut Sportlicher Leiter. Will er die 1. Mannschaft zurück in die Westfalenliga führen? „Bei den vielen Derbys ist es eigentlich interessanter, in der Landesliga oben mitzuspielen“, setzt Gordalla auf Zurückhaltung.

Aber wenn sich die Gelegenheit biete, dann wolle der SV Mesum auch durchaus aufsteigen. Da ist der alte Wettkämpfer Franz-Josef Gordalla wieder in seinem Element: „Wenn wir es dann schaffen, dann werden wir besser vorbereitet sein als 2009.“ Und er ist sich sicher: Diesmal schafft sein SVM den Klassenerhalt.

Als erfolgreicher Kaufmann ist Gordalla nun wirklich kein Mensch, der auf den Mund gefallen ist. Andererseits ist es aber nicht sein Ding, groß aufhebens um seine Person zu machen. Vermutlich wird er wie viele Macher bei Elogen sagen: „Die Fehler habt ihr übersehen und das Lob bei weitem übertrieben.“ Klar ist dennoch: An Dankesreden führt morgen kein Weg vorbei.

Quelle: www.mv-online / Werner Zeretzke

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