Countdown: Noch 4 Tage - unser erster Gegner ist ein verschworener Haufen

Landesliga: Der Aufsteiger will das Abenteuer mit dem starken Kollektiv bewältigen / Trainer-Duo harmoniert hervorragend

Die Mannschaft von SV Gescher
Die Mannschaft von SV Gescher

Gescher. Die Verlockung, für die höhere Liga auch personell aufzurüsten, ist da, keine Frage. Aber genau das würde von der Linie abweichen, die sich der SV Gescher gesetzt hat. Erfolgreich kicken? Gerne – aber nicht auf Kosten des bärenstarken Kollektivs. „Wir wollen weiter mit eigenen und jungen Leuten arbeiten“, betont Michael Gravermann. Ob das schon jetzt für die Landesliga reicht, muss sich zeigen. „Wenn nicht, wäre es bestimmt kein Beinbruch“, sagt der Spielertrainer. „Aber wir sind überzeugt davon, dass wir mithalten können.“

Landesliga! Und das im Jahr eins nach der Fusion aus FSV und SV 08. „Wenn mir das vor einem Jahr jemand gesagt hätte, dann hätte ich geschmunzelt“, gibt Gravermann zu. Auf die Eingewöhnungsphase haben sie aber gänzlich verzichtet – in Gescher ist blitzschnell zusammengewachsen, was augenscheinlich längst zusammengehörte. „Ich wusste, dass dieses starke Kollektiv den ein oder anderen Punkt mehr bringen würde.“ Dass es am Ende 70 Zähler waren und damit die Meisterschale zu Ehren kam, scheint die logische Konsequenz aus guter Trainingsarbeit und perfektem Zusammenhalt.

Jetzt allerdings dürfen sich Micky Gravermann und Mike Thebing-Barrier fühlen wie auf der Kommandozentrale des Raumschiffs Enterprise. Es geht in die unendlichen Weiten der Landesliga – und damit auf eine Reise voller Unbekannten. Eine Wundertüte werden sie öffnen, wenn die Saison am 17. August mit dem Heimspiel gegen den SV Mesum startet. „Mesum und Ahaus kennen wir, dann hört es aber schon auf“, gibt Gravermann zu.

Schade nur, dass aus der Meistermannschaft gleich mehrere Leistungsträger wie Ahmed Ibrahim, Marius Wüpping, Bastian Altrogge und Timon Paß wegbrechen. „Ganz bitter“, schüttelt der Trainer den Kopf. „Aber damit müssen wir zurecht kommen.“ Abgesehen von Mario Beeke, dem Rückkehrer aus Ahaus, wollen sie die Lücken aus dem eigenen Fundus schließen. „Dann müssen sich eben die Jungs beweisen, die bisher mehr in der zweiten Reihe standen“, setzt der 38-Jährige auf den eigenen SV-Unterbau. „Wir haben zwei richtig gute Mannschaften in der Kreisliga A, das ist ein Vorteil.“

Wenn Micky Gravermann über die Trainingsarbeit spricht, redet er grundsätzlich von „wir“. Denn für den Nottulner, nun im dritten Jahr in Gescher tätig, ist Mike Thebing-Barrier viel mehr als „nur“ ein Co-Trainer: „Wir sind ein Gespann, und Mike trifft ebenso Entscheidungen wie ich.“ Diese enge Zusammenarbeit, die im vergangenen Sommer nach der Fusion begonnen hat, funktioniert prächtig. „Wir sprechen eine Sprache“, sagt Gravermann, der sich freut, dass sich auch eine echte Freundschaft außerhalb des Platzes entwickelt hat: Die Gravermanns mit Ehefrau Steffi, Tochter Lotte (6) und Sohn Milo (2) sowie die Thebing-Barriers mit Ehefrau Katja, Tochter Smila (8) und Sohn Ruben (5) haben einen prima Draht zueinander.

Und dem eher ruhigeren Micky Gravermann kommt der impulsivere Mike Thebing-Barrier gerade recht: „Das ergänzt sich super“, grinst er. „Mit Mike ist selbst im Training immer Vollalarm.“ Zudem weiß er mit dem 35-Jährigen einen erstklassigen Schnapper in der Hinterhand. André Scheming, der in der Winterpause der vergangenen Saison nach Gescher zurückgekehrt ist, geht als Nummer eins in die neue Saison – muss aber manchmal passen, weil er beruflich auf Montage weilt. Nicht nur dann steht Thebing-Barrier, der schon höherklassige Erfahrung mitbringt, in den Startlöchern. „Wir haben zwei erstklassige Torhüter“, lächelt Gravermann. „Das ist schon ein Luxusproblem.“

Gerade in der Offensive sind sie dünner besetzt. Wenn Jojo Dönnebrink wie in der Vorbereitung ausfällt, wird es eng, da macht sich Gravermann nichts vor. Aber auch solche Probleme werden sie über den erstklassigen Zusammenhalt lösen. „Die Jungs sind ein verschworener Haufen“, weiß der Trainer um die besondere Qualität dieses SV. „Wenn wir das wieder einbringen können, werden wir unser Ziel erreichen.“ Im Kollektiv zum Klassenerhalt! 7 nächste Folge am Dienstag (5. 8.): über die Mannschaft, in der der Alterspräsident schon stolze 26 Jahre auf dem Buckel hat – SV Gescher III.

Quelle: www.azonline.de / Frank Wittenberg

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